Schwangerschaft

Rund um die Schwangerschaft

Von Gabriele Hellwig · 2014

Neun aufregende Monate –
eine Schwangerschaft ist für die meisten Frauen eine der schönsten Erfahrungen im Leben. Gleichzeitig ist es eine Reise ins Ungewisse, eine Zeit voller Fragen und Unsicherheiten. Doch auch in puncto Schwangerschaft gilt:
Gute Vorbereitung macht alles leichter.

Eine Schwangerschaft erfordert Höchstleistung vom Körper einer Frau. Vom Tag der Befruchtung an wird ihr Körper von Hormonen regelrecht überflutet.  Im Verlauf der Schwangerschaft steigert sich ihr Energie- und Nährstoffbedarf. Die Blutflüssigkeit vermehrt sich um 30 bis 40 Prozent. Der Stoffwechsel erhöht sich um etwa 20 Prozent. Ausserdem wachsen Brustgewebe und Gebärmutter. Zwischen 10 und 15 Kilo nimmt die Schwangere in den neun Monaten im Schnitt zu. Neben dem wachsenden Kind erhöhen auch vermehrte Wassereinlagerungen das Körpergewicht. 

Übelkeit und Schwindel in den ersten Monaten

So gross die Freude auf das Baby ist – die Schwangerschaft ist nicht immer beschwerdefrei. Besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel klagen viele Frauen über Übelkeit, Schwindel, Spannungsgefühlen in den Brüsten und starke Müdigkeit. Je grösser das Baby im Bauch wird, desto mehr drückt die wachsende Gebärmutter auf die Blase, was den Harndrang verstärkt. Gegen Ende der Schwangerschaft macht vielen Frauen die Gewichtszunahme zu schaffen. Rückenschmerzen entstehen. Oft werden auch die Beine von Monat zu Monat dicker und schwerer – verursacht durch Wassereinlagerungen. Diese Ödeme kommen dadurch zustande, dass die erhöhte Blutmenge Wasser durch die Gefässwände in das Gewebe drückt.
Umso wichtiger ist es, gerade jetzt auf eine gesunde Lebensweise zu achten. Dazu gehört vor allem eine ausgewogene Ernährung, die speziell auf Schwangere abgestimmt ist. Es kommt weniger auf die Quantität als auf die Qualität der Lebensmittel an: Der Bedarf an Kalorien liegt ab dem vierten Schwangerschaftsmonat nur circa 20 Prozent über dem normalen Bedarf. Die Schwangere benötigt aber mehr Mineralien, Spurenelemente und Vitamine, damit das Baby optimal wachsen kann. 

Auch Sex ist weiter erlaubt

Doch auch Sport in Massen und Schwangerschaftsgymnastik, zum Beispiel Übungen für den Beckenboden, sind wichtig. Da die bevorstehende Geburt auch mit Ängsten verbunden ist, sollte man sich ferner genug Zeit für Ruhe und Entspannung gönnen. Übrigens: Auch Sex ist weiter erlaubt.  
Zum Glück verlaufen die meisten Schwangerschaften ohne grössere Komplikationen. Dennoch ist es wichtig, die Vorsorgemöglichkeiten zu nutzen. Nur so kann man sicher sein, dass weder dem Baby noch der werdenden Mutter etwas passiert. Ob Blutuntersuchung, Ultraschall oder CTG (Kontrolle der Herztöne des Babys) – es gibt einige sinnvolle Untersuchungen. Schwangeren über 40 Jahren wird der Gynäkologe eine  Fruchtwasseruntersuchung empfehlen. Damit können Chromosomenstörungen (beispielsweise Downsyndrom), Neuralrohrdefekte («offener Rücken») und erblich bedingte Muskel- und Stoffwechselerkrankungen diagnostiziert werden.

Der Trend zum Kaiserschnitt

Endlich ist es so weit: Die letzten Schwangerschaftswochen stehen bevor. Mit das Einzige, was die Frau jetzt interessiert: Wie wird mein Kind zur Welt kommen? Wird es wehtun? Viele Promis machen es vor und viele Schwangere wollen es nachahmen: Das Baby mit einem geplanten Kaiserschnitt zur Welt zu bringen. Frauenärzte beobachten kritisch diesen neuen Trend, meinen aber auch, dass in bestimmten Fällen ein Kaiserschnitt empfehlenswert ist.
Bei 15 bis 20 Prozent der Geburten ist ein Kaiserschnitt medizinisch notwendig. Vor allem bei Mehrlingsschwangerschaften und wenn das Kind in Beckenendlage liegt. Auch wenn die Mutter krank oder unter der Geburt sehr erschöpft ist, empfiehlt sich manchmal ein Kaiserschnitt. Ein weiterer wichtiger Grund für einen Kaiserschnitt sind Komplikationen während der begonnenen vaginalen Geburt. So ist es möglich, dass die Herztöne des Kindes plötzlich schlechter werden oder eine Blutung auftritt.
Viele Frauen glauben, dass sie mit einem Kaiserschnitt keine Schmerzen haben werden. Das stimmt zwar für die Geburt an sich, da der Bauchbereich komplett betäubt ist. Allerdings haben sie nach der Geburt Schmerzen. Denn immerhin handelt es sich beim Kaiserschnitt um eine Operation und die Operationswunde muss erst einmal verheilen.
Wer sich eine vaginale Geburt wünscht, kann mit der Klinik schon vorher Möglichkeiten der Schmerzreduzierung besprechen. So erspart eine lokale Betäubung nahe am Rückenmark, die sogenannte Periduralanästhesie (PDA), Schmerzen während der Geburt.

Hoffnung aus der Nabelschnur

Werdende Mütter sollten sich vor der Geburt auch mit der Frage auseinandersetzen, ob sie Nabelschnurblut einfrieren lassen möchten oder nicht.  «Stammzellen gehört die Zukunft», sagen viele Wissenschaftler. Mit ihnen sollen bisher unheilbare Krankheiten geheilt und neue Organe gezüchtet werden können. Das Nabelschnurblut aufbewahren – das sei daher die beste «biologische Lebensversicherung» für das Kind.