Sponsored Post

Fachbeitrag

Gebärmutterkrebs: Aussichtsreiche Behandlung

Von PD Dr. med. Rosanna Zanetti Dällenbach - St. Claraspital · 2016

In der gynäkologischen Abteilung des Claraspitals behandeln wir Frauen mit gutartigen und bösartigen Erkrankungen des kleinen Beckens und der Brust. (links Dr. med. Matthias Siebert, rechts PD Dr. med. Rosanna Zanetti Dällenbach)

Gebärmutterkrebs wird in den allermeisten Fällen in einem frühen Stadium entdeckt, weshalb die Prognose in der Regel sehr gut ist und die meisten Patientinnen geheilt werden können.

Gebärmutterkrebs – auch Endometriumkarzinom oder Korpuskarzinom genannt - ist eine bösartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut im Gebärmutterkörper. In der Schweiz werden jährlich etwa 900 bis 950 Frauen mit Gebärmutterkrebs diagnostiziert. Es ist der häufigste genitale Tumor der Frau und betrifft rund 5,4 Prozent aller Krebserkrankungen bei Frauen. Weil  Gebärmutterkrebs meistens in einem Frühstadium erkannt wird, ist die Prognose sehr gut: Die Fünf-Jahres-Überlebensrate beträgt nach einer Behandlung 80 bis 90 Prozent. Gebärmutterkrebs macht etwa 90 Prozent aller bösartigen Erkrankungen des Gebärmutterkörpers aus. Er wird in zwei Gruppen unterteilt: in Typ I,  den östrogenabhängigen Gebärmutterkrebs, der rund 80 Prozent der Endometriumkarzinome ausmacht und typischerweise eine sehr gute Prognose hat, und in Typ II, den östrogenunabhängigen Gebärmutterkrebs. Dieser ist aggressiver und deutlich weniger häufig als Typ I.

Mögliches Warnsignal: ungewöhnliche Blutungen

Mögliche Risikofaktoren für Gebärmutterkrebs sind ein fortgeschrittenes Alter, Übergewicht, Diabetes (Zuckerkrankheit), langjährige Hormontherapie in den Wechseljahren mit Östrogenen ohne zusätzliches Gestagen oder erbliche Faktoren. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 68 Jahren. Das bedeutet, dass die Mehrheit der betroffenen Frauen nach den Wechseljahren erkrankt – rund 50 Prozent sind zwischen 50 und 69 Jahren alt, 40 Prozent sind älter als 70 Jahre.
Gebärmutterkrebs macht sich in der Regel früh durch Symptome bemerkbar. Typisch sind verlängerte und unregelmässige Blutungen vor den Wechseljahren oder vaginale Blutungen nach den Wechseljahren. Solche Blutungsstörungen können auch durch andere gutartige Erkrankungen hervorgerufen werden. Die Symptome müssen ernst genommen werden, um eine bösartige Veränderung nicht zu verpassen. Da Gebärmutterkrebs in den meisten Fällen sehr früh zu Blutungen führt, wird er glücklicherweise in den allermeisten Fällen in einem Frühstadium entdeckt, welches einer Therapie gut zugänglich und eine Heilung aussichtsreich ist. 

Exakte Diagnose bedarf einer Gewebeentnahme

Der jährliche Abstrich, welcher als Vorsorgeuntersuchung für Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen durchgeführt wird, gibt keine Hinweise auf Gebärmutterkrebs. Dafür muss eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide durchgeführt und dabei das innere Genital inklusive Gebärmutterschleimhaut beurteilt werden. Deren Dicke kann Hinweise auf das Vorliegen einer Erkrankung liefern. Um die Verdachtsdiagnose zu erhärten, braucht es eine Gewebeentnahme. Diese erfolgt durch eine Gebärmutterausschabung im Anschluss an eine Gebärmutterspiegelung, bei welcher das Innere der Gebärmutter eingesehen werden kann. Das so gewonnene Gewebe wird im Labor auf bösartige Zellveränderungen untersucht. Bestätigt die Untersuchung die anfängliche Diagnose, erfolgt die operative Therapie. 

Oft reicht die Operation als Therapie aus

Bei der Operation werden die Gebärmutter, beide Eierstöcke und Eileiter entfernt. In fortgeschrittenen Stadien oder bei aggressiven Tumortypen werden auch die Lymphknoten entlang der Beckengefässe und der grossen Bauchgefässe und eventuell das Bauchnetz entnommen. Das entfernte Gewebe wird erneut unter dem Mikroskop untersucht. Dabei kann das genaue Tumorstadium festgelegt werden. Die Operation kann über einen Bauchschnitt (Laparotomie), durch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie), durch eine Roboter-Bauchspiegelung (DaVinci-Operation) oder eine kombinierte Operation mit Bauchspiegelung und vaginaler Operation erfolgen. Da die Erkrankung in der Regel in einem Frühstadium diagnostiziert wird, brauchen viele Frauen keine zusätzliche Therapie. Manchmal ist jedoch eine nachfolgende Strahlentherapie notwendig. Diese kann örtlich über die Scheide oder von aussen erfolgen. Nur in seltenen Fällen muss eine Chemotherapie durchgeführt werden. Nach abgeschlossener Behandlung sollten betroffene Frau in regelmässigen Abständen bei ihrer Gynäkologin/bei ihrem Gynäkologen Kontrolluntersuchungen durchführen lassen. 

Zur Autorin

PD Dr. med. Rosanna Zanetti Dällenbach
Chefärztin Gynäkologie/
Gynäkologische Onkologie
St. Claraspital, Basel
T: +41 (0)61 685 85 85
www.claraspital.ch