Karriere

Frauen am Ruder

Von Astrid Schwamberger · 2014

Frauen erobern Spitzenjobs, vereinbaren Beruf und Familie, treffendie meisten Kaufentscheide. Die Theorie ist rosarot,
die Praxis jedoch voller Risiken für das persönliche Wohl.

Die meisten Frauen in der Schweiz balancieren zwischen Beruf und Familie. Gut zwei Drittel der Mütter mit Kindern unter 15 Jahren sind erwerbstätig. Ein Grossteil von ihnen hat ein Teilzeitpensum, insbesondere wenn die Kinder noch klein sind. Dies geht aus einer Studie des Nationalen Forschungsprogramms πGleichstellung der Geschlechter™ hervor. 

Höchstleistung an allen Fronten

Für die Frauen ist es oft ein Spagat zwischen Karriere und Lebensglück: Da ist der Job auf der einen Seite. Die exzellente Ausbildung befähigt nicht selten dazu, in Spitzenpositionen aufzusteigen. Die Arbeit macht Spass, das eigene Salär erweitert den finanziellen Spielraum, macht unabhängig. Auf der anderen Seite: die Familie. Für den Partner die perfekte Gefährtin oder Ehefrau, für die Kinder eine gute Mutter zu sein, steht ebenfalls auf der Wunschliste von berufstätigen Frauen. All die Anforderungen unter einen Hut zu bringen, ist eine echte Herkulesaufgabe, die ein Höchstmass an Organisation und Disziplin erfordert. 

Gefahren für die Gesundheit 

In einem minutiös durchgetakteten Alltag bleibe jedoch oft wenig Zeit für eigene Bedürfnisse, sagen Betroffene. Leicht können sich dann gesundheitliche Probleme einschleichen, Essstörungen zum Beispiel. Dazu zählen Magersucht, Bulimie und Heisshungerattacken. Frauen sind etwa vier Mal häufiger betroffen als Männer. Laut einer Studie des Bundesamts für Gesundheit liegt der Anteil der Frauen mit entsprechenden Erfahrungen hierzulande bei 5,3 Prozent. 
Ein atypisches Essverhalten stellt sich mitunter auch in den Wechseljahren ein. Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit oder Hitzewallungen können das Privat- aber auch das Berufsleben ausserdem belasten. Die Paarbeziehung kann in dieser Phase ebenfalls leiden; etwa wenn aufgrund der hormonellen Umstellungen im Körper Vaginalbeschwerden auftreten – ein Tabuthema, über das Frauen eben so ungern sprechen wie über die Harninkontinenz, die sich ebenfalls im Klimakterium entwickeln kann. 

Selbstwertgefühl am Boden 

Wie die Wechseljahre stellt auch eine Schwangerschaft einen radikalen Einschnitt dar, der das Leben komplett auf den Kopf stellt. Der Alltag ist neu zu organisieren. Die Frage, wer den Kindern zuliebe sein Arbeitspensum drosselt, gerät oft zum Tauziehen. Und auch wenn eine Schwangerschaft keine Krankheit ist, bringt sie doch einige Begleiterscheinungen mit sich, die insbesondere am Arbeitsplatz besondere Beachtung verdienen oder Entscheidungen erfordern. Zudem kann das Selbstwertgefühl einen Knacks bekommen, wenn sich die Figur stark verändert. Ein Verbund ästhetischer Chirurgen geht davon aus, dass postnatale Bauchdecken- und Bruststraffungen weiter zunehmen werden.