Lebensphasen

Eine Reise mit Abwechslung

Von Eva Herzog · 2014

Vom Säugling bis zur Seniorin verläuft das Leben in ganz unterschiedlichen Abschnitten und stellt Mädchen und Frauen vor immer neue Herausforderungen.

Ab Geburt bis zur reifen Erwachsenen durchläuft jede Frau mehrere Lebensphasen. Dabei findet eine Entwicklung statt, die neben dem Körper auch die Psyche verändert. Verantwortlich sind dafür neben den Hormonen auch die Ereignisse, die je nach Lebensabschnitt eine entscheidende Rolle spielen. Um zu verstehen, wie Körper und Geist sich verändern, unterscheidet man sechs Phasen: Neugeborenenphase, Kindheit und Pubertät. Im Anschluss daran folgen Geschlechtsreife,  Klimakterium und Senium.
Während der Schwangerschaft erhält das Baby über die Mutter alle lebenswichtigen Stoffe und Hormone, die essenziell sind, um zu wachsen und zu gedeihen. Mit dem Tag der Geburt beginnt die Neugeborenenphase, die nach vier Wochen endet. Innerhalb dieser Zeit spielen sich körperlich bereits die ersten Veränderungen ab. Während der Schwangerschaft erhält das Ungeborene über die Plazenta Östrogene aus dem Blutkreislauf der Mutter. Mit der Geburt wird diese Hormonversorgung eingestellt, was beim Neugeborenen zu einer kurz andauernden, vaginalen Blutung führen kann. Auch die Brustdrüsen haben sich durch die Hormone so weit entwickelt, dass es zu einer Schwellung und einer Absonderung eines weissen Sekrets, der sogenannten Hexenmilch kommen kann. 

Hormone haben Sendepause.

Die Kindheit bezeichnet den Zeitraum von der Geburt bis zur Pubertät, das ist die Zeit bis zum vierzehnten Lebensjahr. Folikelstimulierende Hormone und auch andere Hormone sind zwischen dem zweiten und achten Lebensjahr im Blut kaum nachweisbar. So unterliegen die Genitalorgane einem Wachstumsstillstand und auch ein Brustdrüsenkörper ist bis zu diesem Zeitpunkt nicht erkennbar.
In der Pubertät verändert sich das Kind zur Frau. In der Zeit, die circa vier Jahre andauert und bei Jungs erst zwei Jahre später beginnt, verändert sich vieles. Durch die steigende Sekretion der Geschlechtshormone kommt es zu den typischen, körperlichen Veränderungen: Die Brust wächst (Thelarche), die Schambehaarung bildet sich und die erste Menstruation setzt ein. Etwa ein Jahr nach Erkennen der ersten Pubertätssymptome setzt ein ordentlicher Wachstumsschub ein. Die körperlichen und hormonellen Veränderungen sind psychisch für die Mädchen eine grosse Herausforderung. Es fällt ihnen oft schwer, ihr verändertes Äusseres anzunehmen. Sie sind häufig verunsichert, leiden unter Stimmungsschwankungen und auch Aggressionen häufen sich in diesem Zeitraum. Auch das kognitive Denken verändert sich durch hormonelle Prozesse, die für die Verschaltung im Gehirn verantwortlich sind.
Mit Einsetzen der ersten Menstruation, der Menarche, bis zur Menopause, der letzten Menstruation, befindet sich die Frau in der Geschlechtsreife. Diese Phase wird auch als fruchtbare Phase oder reproduktive Phase bezeichnet. Die Psyche festigt sich immer mehr und körperlich ist mit Erreichen des achtzehnten Lebensjahrs das Wachstum abgeschlossen.

Neue Phase, neues Glück

Im Anschluss an die Geschlechtsreife erstreckt sich das Klimakterium, etwa über den Zeitraum vom 45. bis zum 70. Lebensjahr. Ein Drittel aller Frauen leidet währenddessen unter Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Herzrasen. Auch Vaginalprobleme spielen aufgrund der geänderten Hormonsituation eine grosse Rolle. Ein Mangel an Östrogen lässt so häufig die Scheidenschleimhaut dünn und trocken werden. Dadurch werden Entzündungen begünstig und es kann zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen. Abhilfe schaffen hier Salben und Cremes, aber auch natürliche Präparate aus Rotklee und Leinsamen tragen zur Befeuchtung der Schleimhäute bei.
Energetisch fühlen sich viele Frauen in dieser Zeit sehr geladen und entdecken sich und ihr Leben völlig neu. Einige Frauen fangen noch das studieren an und probieren sich beruflich neu aus. Andere erfüllen sich den Wunsch einer langen Reise, sind sie jetzt in einem Alter, wo die Kinder gross und die Zeit reif ist, um es sich gut gehen zu lassen.
Die Wechseljahre stellen also per Definition die gesamte Übergangsphase vom Ende der vollen Geschlechtsreife bis zum Senium (Alter) dar. Das Senium, umgangssprachlich auch als Greisenalter bezeichnet, ist das Alter zwischen sechzig und achtzig und geht mit körperlichen Veränderungen, wie Leistungsminderung, Abnahme der Elastizität der Haut bis hin zu Organveränderungen aufgrund des Alters einher. Doch psychisch ist hier noch alles drin. Natürlich spielen altersspezifische Krankheiten eine grössere Rolle, aber angepasst an die körperliche Verfassung, tragen Aktivität und Neugier bis ins hohe Alter dazu bei, körperlich und geistig fit zu bleiben und Spass am Leben zu haben.