Gefässerkrankungen

Ein leistungsfähiges Transportsystem

Von Corinna Tonner · 2016

Stau im Transportsystem – eine Verengung der Arterien kann zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.

Blutadern sind neben den Lymphgefässen
das wichtigste Gefässsystem.
Gefässverkalkung kann lebensbedrohlich sein.
Frauen sind bis zu den Wechseljahren durch Hormone geschützt.

Der Blutkreislauf ist ein Transportsystem von flächendeckendem Ausmass: Die Gesamtlänge der Blutgefässe eines Menschen beträgt durchschnittlich 100'000 Kilometer. Das gesamte Blut zirkuliert pro Tag 1' 440 Mal durch den Organismus, das sind pro Minute vier bis fünf Liter. Das Herz ist die zentrale Pumpe in diesem System, mit dem frisches und mit Sauerstoff angereichertes  Blut von der Aorta über die Arterien bis in die haarfeinen, kleinen Kapillargefässe transportiert wird. In diesen Kapillaren, in denen das Blut nur noch langsam fliesst, findet eine Umladung statt: Rote Blutkörperchen geben Sauerstoff und Nährstoffe ab, für den Rücktransport durch die Venen werden die Stoffwechsel-Endprodukte aus der Energiegewinnung innerhalb der Zelle eingesammelt, also zum Beispiel Kohlensäure.
Mit 95 Prozent der Krankheitsfälle ist die Arteriosklerose mit Abstand die häufigste Erkrankung der Blutgefässe. Von dieser Degenerationserscheinung sind nur die Schlagadern im arteriellen System betroffen, Dort herrscht ein höherer Blutdruck als in den Venen. Arteriosklerose entsteht durch Ablagerungen von Fetten, Kalk, Bindegewebe und Blutplättchen in der Gefässwand. Vorbeugen kann man durch Sport, fettarme Ernährung und der Vermeidung von Risikofaktoren wie Rauchen und Übergewicht.
Die Arteriosklerose kann zu einer Verengung oder einem Verschluss der Arterien führen. Dadurch können ein Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen vor allem an den Beinen entstehen. Frauen sind davor bis zu den Wechseljahren durch die weiblichen Hormone, die Östrogene, relativ gut geschützt. Studien belegen, dass Frauen bis zu einem Alter von 45 bis 50 Jahren über 30 Prozent weniger von Herzinfarkten betroffen sind als Männer.  Jedoch gleicht sich die Infarktrate ab dem 60. Lebensjahr deutlich an.