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Moderne Methoden der Reproduktionsmedizin

Den Kinderwunsch nicht aufschieben!

Von Swissmom - Dr. med. Brigitte Holzgreve · 2016

Die modernen Methoden der Reproduktionsmedizin werden immer erfolgreicher – aber das Ticken der biologischen Uhr können sie nicht zum Schweigen bringen.

Mit dieser Beilage halten Sie eine Sammlung von Artikeln aus dem Gebiet der Frauengesundheit in der Hand. Nicht nur Krankheiten werden darin erläutert, es werden auch Ratschläge zur Gesundheitsförderung, Schönheitspflege und Ernährung gegeben – alles übersichtlich und leicht verständlich geschrieben.
Solche «Frauenthemen» sind immer auch mit grossen Emotionen verknüpft. Wie zum Beispiel Freude, wenn ein Baby unterwegs ist, Scham, wenn Gesundheitsbeschwerden den Intimbereich betreffen,  Ängste, wenn Vorsorgeuntersuchungen ein möglicherweise krankhaftes Resultat zeigen, und schliesslich die Beschäftigung mit dem Älterwerden und dem vermeintlichen Attraktivitäts-verlust in der Menopause.  
Ein Schwerpunkt dieser Beilage ist die Reproduktionsmedizin. Sie kommt zum Einsatz, wenn die Familienplanung ins Stocken gerät, weil die ersehnte Schwangerschaft auf sich warten lässt. 
Immer wieder wird dabei deutlich, dass das Alter einer Frau eine wesentliche Rolle spielt bei der Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden. Wir bleiben länger jung und fühlen uns auch so. Das gilt aber nicht unbedingt für die natürliche Fruchtbarkeit. 
Die Chance, dass es innerhalb eines Zyklus «einschlägt», lässt mit zunehmendem Alter drastisch nach. Eine 20- bis 25-Jährige hat eine statisti-sche Schwangerschafts-Wahrscheinlichkeit von
30 Prozent pro Zyklus. Innerhalb eines Jahres werden von diesen jungen Frauen 80 Prozent, nach einem weiteren halben Jahr nochmals zehn Prozent schwanger. Die höchste Schwangerschaftsrate wird statistisch gesehen mit 27 Jahren erreicht. Spätestens ab 35 verschlechtert sich die Chance mit jedem Jahr dramatisch. Sie beträgt bei einer Frau über 40 nur noch zehn Prozent im Jahr, nach dem 45. Lebensjahr sogar nur noch zwei bis drei Prozent.
Abwarten ist deshalb riskant, denn die Eizellqualität wird schlechter. Anders als bei den Spermien, die nach einem Entstehungszyklus von etwa 70 Tagen immer wieder neu gebildet werden, ist der Eizellvorrat einer jeden Frau bei ihrer Geburt schon angelegt. Diese sogenannten Primordialfollikel machen alle körperlichen Veränderungen im Laufe der Jahre mit, leiden unter Schadstoffen und altern wie jede andere Zelle des menschlichen Körpers. Kein Wunder, dass es bei älteren Frauen sehr viel häufiger zu kindlichen Chromosomenstörungen kommt. Das bekannteste Beispiel ist das Down-Syndrom. 
Probleme bereiten auch Eileiterverklebungen, Endometriose und Myome – Veränderungen, die häufiger bei Frauen über 30 Jahren sind. Und kommt es trotzdem zu einer Schwangerschaft, steigt das Risiko für Komplikationen wie Fehl- und Frühgeburten, niedriges Geburtsgewicht, Schwangerschaftsdiabetes und Bluthochdruck. 
Zunehmend denken deshalb auch schon jüngere Frauen daran, ihre Eizellen einfrieren zu lassen, Stichwort «Social Freezing». Sie wollen sich die Option auf eine Schwangerschaft offen lassen, da in der aktuellen Lebensphase der richtige Partner fehlt oder die Karrierepläne im Weg stehen. Die Methode wird schon lange genutzt, um jungen Frauen mit Krebserkrankung eine spätere Schwangerschaft zu ermöglichen. Die Eizellen können nach der aggressiven Krebstherapie wieder aufgetaut, künstlich befruchtet und in die Gebärmutter eingesetzt werden. 
Fachleute betonen, dass auch in diesem Fall nicht zu lange gewartet werden darf, am besten nicht über das 30. Lebensjahr hinaus. Die Erfolgschancen für eine spätere Schwangerschaft sind schliesslich bei einer 38-Jährigen mit etwa zehn Prozent nicht besonders hoch: Statistisch müssen zehn bis 15 Eizellen aus dem Eierstock entnommen, gefroren, aufgetaut, befruchtet und in die Gebärmutter eingepflanzt werden, bis es zu einer erfolgreich beendeten Schwangerschaft kommt. Nur jede dritte Eizelle, die einer 38-jährigen Frau entnommen wird, ist von so guter Qualität, dass sie den Auftauprozess unbeschadet übersteht. Dagegen sind Eizellen, die von 25-jährigen Frauen entnommen wurden, nach dem Auftauen fast zu 100 Prozent intakt. Ausserdem steigt mit dem Alter – wie oben beschrieben – die Wahrscheinlichkeit, dass das Erbmaterial der Eizellen auffällig ist und die Schwangerschaft kompliziert verläuft. 
Das Tiefgefrieren und Auftauen von Eizellen und der Einsatz unterschiedlichster Methoden der künstlichen Befruchtung kann deshalb kein Routineverfahren gegen die «biologische Uhr» werden. 

Zur Autorin

Dr. med. Brigitte Holzgreve
ist Gründerin und Chefredaktorin von www.swissmom.ch,
der grössten Schweizer Informationsplattform zu den Themen Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt, Baby und Kind.
T: +41 (0)61 261 9591
www.swissmom.ch