Vorsorge

Da sollte frau hin!

Von Wiebke Toebelmann · 2017

Zum gynäkologischen Vor­sorgeuntersuch gehört auch die Messung des Blutdrucks.

Früherkennung entscheidet mitunter über Leben und Tod. Daher empfiehlt sich regelmässige Vorsorge, um sich gegen böse Überraschungen zu wappnen. Manche Untersuchungen sind für Frauen besonders ratsam.

Gesundheit ist das höchste Gut – darüber sind sich wohl die meisten einig. Umso wichtiger, ein wenig in die Zukunft zu investieren in Form von Vorsorgeuntersuchungen. Hierbei gibt es Massnahmen, die speziell Frauen ergreifen sollten. Immer mit dem Grundsatz: Je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto grösser sind die Heilungschancen.  

Brustkrebs: Screening als Prävention

Dies gilt insbesondere für Krebs, die zweithäufigste Todesursache in der Schweiz. Jedes Jahr erkranken laut Krebsliga Schweiz rund 5'500 Frauen allein an Brustkrebs, vier von fünf Betroffenen ist über 50 Jahre alt. Und obwohl sich die Therapien verbessert haben, sterben nach wie vor jedes Jahr 1`300 Patientinnen an der tückischen Krankheit. Umso wichtiger, die Brust beim Frauenarzt regelmässig auf Knoten abtasten zu lassen und dies auch bei sich selbst zu tun. Besteht Verdacht auf einen Tumor, wird zumeist eine Mammografie angeordnet, das Röntgen der Brüste. Im Rahmen von kantonalen Screening-Programmen werden Frauen ab 50 alle zwei Jahre zur Mammografie eingeladen. Eine ärztliche Überweisung ist nicht nötig und bezahlt wird das Screening von der obligatorischen Krankenversicherung. Interessant: Dies gilt nur innerhalb qualitätsgeprüfter Screening-Programme, nicht aber für sogenannte opportunistische Mammografien, die aufgrund einer ärztlichen Empfehlung oder auf Wunsch der Frau sowie altersunabhängig erfolgen. Hier greift höchstens eine Zusatzversicherung.

Jährlicher Pap-Abstrich nicht nötig

Eine weitere Tumorart, die für Frauen im Fokus stehen sollte, ist Gebärmutterhalskrebs: Immerhin sechs Prozent der Schweizerinnen sind betroffen. Um Entartungen festzustellen, nimmt der Gynäkologe einen Abstrich vom Gebärmutterhals, auch Pap-Abstrich genannt. Empfohlen wird dies ab dem 18. Lebensjahr oder auch früher, wenn die junge Frau bereits sexuell aktiv ist. 
Tatsächlich hat die Untersuchung, die übrigens in den 1970er-Jahren in der Schweiz eingeführt wurde, die Sterberate von Gebärmutterhalskrebs um zwei Drittel reduziert. 
Laut einer Umfrage des Bundesamts für Gesundheit (BAG) gaben drei Viertel der 18- bis 24-Jährigen und zwei Drittel der 25- bis 49-Jährigen an, den Pap-Abstrich mindestens jährlich durchführen zu lassen. Das ist wiederum nicht nötig: Laut Empfehlung der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) sollte der Pap-Abstrich im Idealfall bis zum 30. Lebensjahr alle zwei Jahre und danach nur noch alle drei Jahre vorgenommen werden – vorausgesetzt, es liegt kein erhöhtes Risiko vor. 

Vorsorgeuntersuch beim Gynäkologen: Wer zahlt wann?

Im Erwachsenenalter ist der Gang zum Gynäkologen für die meisten Frauen Routine. Neben der Krebsvorsorge gehören auch die Analyse von Urin und Blut, die Untersuchung der Geschlechtsorgane und des Bauches sowie Blutdruckmessung zum Besuch dazu. Die Frage, die sich hier stellt: Wie oft sollte der gynäkologische Vorsorgeuntersuch durchgeführt werden? Und wer bezahlt ihn? Alle drei Jahre wird er durch die Grundversicherung gedeckt. Wer aber auf Nummer sicher gehen möchte und ein jährliches Check-up anstrebt, sollte über eine Zusatzversicherung nachdenken, die in den ungedeckten Jahren bis zu 90 Prozent der Kosten übernimmt. Aber Achtung: Wird im Rahmen dieses Vorsorgeuntersuchs eine Erkrankung festgestellt und eine Behandlung verordnet – und sei es nur für einen Scheidenpilz –, greift nicht mehr die Zusatzversicherung, sondern die Grundversicherung. 

Auch für die Psyche muss gesorgt sein

Was (noch) keine Versicherung bezahlt, ist die Prävention seelischer Leiden. Umso wichtiger, in dieser Hinsicht gut auf sich zu achten. Nach wie vor sind es besonders Frauen, die bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie einen Spagat vollziehen müssen. Überlastung, Burnout oder gar Depressionen können die Folge sein. Daher gilt: den Perfektionsdrang zurückschrauben, den Partner mehr einbeziehen und sich Auszeiten gönnen. Aber auch: Grenzen ziehen und klare Botschaften aussenden, etwa an den Arbeitgeber und in der Familie. Wer keinen festen Boden unter den Füssen spürt, sollte nicht zu lange zögern: Coaching oder Psychotherapie können die beste Vorsorge sein.