Schönheit

Creme, Spritze oder Skalpell?

Von Katja Müller · 2017

Frauen verbringen täglich viel Zeit vor dem Spiegel: Sie pudern, cremen und lackieren im Dienste der Schönheit. Doch auch operative und minimal-invasive Eingriffe erfreuen sich grosser Beliebtheit.

«Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?» Das fragt schon die böse Königin in «Schneewittchen», einem alten Märchen der Gebrüder Grimm. Damals wie heute spielt ein schönes, möglichst jugendliches Aussehen für die Menschen eine grosse Rolle. Immerhin legen verschiedene Untersuchungen den Schluss nahe, dass attraktive Menschen erfolgreicher durchs Leben gehen. So ergab beispielsweise eine Studie des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), dass als schön wahrgenommene Menschen materielle Vorteile auf dem Arbeitsmarkt und bei der Partnersuche haben. Doch aufhalten lässt sich der Alterungsprozess nicht: Irgendwann bekommen wir Falten, Schlupflider und Cellulite oder schlagen uns nach der Schwangerschaft mit Dehnungsstreifen, schlafferen Brüsten und Fettpölsterchen herum. Nicht immer helfen Sport, Pflege und gesunde Ernährung. Viele Menschen und vor allem Frauen entscheiden sich daher dafür, ihre natürliche Schönheit auch mit Spritze und Skalpell zu unterstreichen.

Vorab genau informieren

So wurden laut einer Marktstudie von Acredis allein 2012 rund 50'000 ästhetische Operationen in der Schweiz durchgeführt. Besonders gefragt: Fettabsaugungen, Lidplastiken und Brustvergrösserungen. Viele Menschen legen sich jedoch ungern unters Messer. Deshalb erfreuen sich auch minimal-invasive Verfahren der ästhetischen Medizin, die ohne Skalpell auskommen, grosser Beliebtheit: So kann beispielsweise die Haut mittels Ultraschallwellen verjüngt, eine Zornesfalte an der Stirn mithilfe von Nervengift oder Eigenfett unterspritzt, ein rotes Äderchen dank Laserstrahlen entfernt werden. Im Trend scheinen dabei eher dezente Eingriffe zu liegen, viele Frauen hierzulande wünschen sich, dass man ihnen eine entsprechende Behandlung nicht auf den ersten Blick ansieht. Doch egal, ob grosse Operation oder ambulante Behandlung, wichtig ist, sich umfassend und richtig zu informieren. So empfiehlt beispielsweise die Schweizerische Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, zu einem in diesem Gebiet ausgebildeten Facharzt zu gehen und bei den Beratungsgesprächen im Vorfeld unter anderem darauf zu achten, ob der Arzt Vertrauen einflösst, über Risiken aufklärt, Bedenkzeit gibt und den Kostenvoranschlag erklärt.